Der mazedonische Höhenflug hält an!

Frank 23. Januar 2012 0
Der mazedonische Höhenflug hält an!

Mazedonien mischt den europäischen Handball auf. Mit tausenden enthusiastischen Fans im Rücken spielen die Mazedonier groß auf und ärgern die etablierten Handball-Nationen. Nach dem Sieg gegen die Polen machen sie sich sogar noch Hoffnung, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.

Die Begeisterung für den Underdog kennt hier in Serbien keine Grenzen. Die riesige Belgrad-Arena ist von den rot-gelben Fans regelrecht belagert und verwandeln die Halle in ein Tollhaus. Die Spieler scheint das so anzustacheln, dass sie dauerhaft an die Grenze ihrer eigenen Leistungsfähigkeit kommen. Dieses aufwendige und kraftraubende Spiel können sie über die volle Spielzeit aufrecht halten. Dabei stehen ihnen vorne nur eine Rückraumachse zur Verfügung, die für das gesamte Spiel verantwortlich sind. Neben einem überragenden Kiril Lazarov ist da der unermüdlich wühlende Naumche Mojsovski zu nennen, der den stämmigen Kreisläufer Stojanche Stoilov immer wieder in Szene setzt und oft Ausgangspunkt erfolgreicher Angriffsaktionen ist. Nach dem Spiel gegen die Polen war der Spielmacher Mojsovski sehr zufrieden:”Das Spiel gegen Dänemark war wohl das härteste Match meines Lebens. Nach dieser schmerzhaften Niederlage war es für uns umso wichtiger, wiederzukommen und mit einem Erfolg unsere eigene Leistung zu belohnen. Dieser Sieg hält unseren Traum von den Olympischen Spielen am Leben.” Der Trainer Zvonko Shundovski war ebenfalls erleichtert ob des Sieges gegen die Polen:”Dieser Sieg gehört zum Einen unseren Fans, die uns hier so überragend unterstützen. Zum Anderen freut es mich für den mazedonischen Handball und für den Verein Metalurg Skopje, der sich mit diesem Erfolg auf sich aufmerksam gemacht und international immens an Bedeutung gewonnen hat.”
Ein weiterer Eckpfeiler des mazedonischen Erfolgs steht im Tor. Der sehr coole Borko Ristovski ist alleine schon sein Eintrittsgeld wert. Neben Lazarov wird er am meisten von den eigenen Fans gefeiert. Ununterbrochen gestikuliert und diskutiert er mit seinen Abwehrspielern und heizt seine Fans an. Symptomatisch für sein verrücktes Torwartspiel war die Szene, als er den Ball dribbelnderweise in der eigenen Hälfte verlor, ins Tor zurück sprintete und den frei vor ihm auftauchenden polnischen Angreifer mit einer Parade zur Verzweiflung trieb.

Die Fans feiern sich großartig selber. Völlig zurecht! Die werden den serbischen Fans am Mittwoch mehr als nur Paroli bieten. Und dann ist auch für das Team einiges drin. Vom Außenseiter mausern sich die Mazedonier zum Stolperstein für die Topteams aus Europa. Damit hätte sicher keiner vorher gerechnet.

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